Unsere Werte und Ziele
Tiere nicht essen
Wir lehnen jede "Nutzung" von Tieren ab.
Basisdemokratie und Selbstbestimmung
heißt bei uns, Entscheidungen im regelmäßig stattfindenden Plenum per Konsensprinzip zu treffen oder noch einmal zu vertagen. Grundsatzdiskussionen, Konflikte und Utopien besprechen wir in regelmäßigen Kollektivtagen oder -ausflügen. Dort überprüfen wir unsere Utopien und unsere Praxis mit den Widersprüchlichkeiten des Richtigen im Falschen.
Ladenschichten, Selbstverwaltungstätigkeiten und andere Tätigkeiten erledigen wir selbst, unter Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse. Zentrale Aufgabenbereiche sind in AGs ausgelagert, die mittel- bis langfristig rotieren, um Wissenshierarchien zu vermeiden. Generell versuchen wir, ein Gleichgewicht zwischen Gruppenentscheidung und selbstverantwortlicher Autonomie zu halten und haben Instrumente, mit daraus entstehenden Konflikten umzugehen, damit der Ladenalltag gewährleistet werden kann.
Gesellschaftlich nützliche Produkte
Zweites Gründungsmotiv, neben sicheren und selbstbestimmten Arbeitsplätzen, war, möglichst widerspruchsfreie und gesellschaftlich sinnvolle Produkte und Dienstleistungen anzubieten.
Gemeinsamer Bezugspunkt war daher immer auch der Veganismus mit seinen unterschiedlichen Facetten und Herangehensweisen, die sich im Kollektiv widerspiegeln. Uns eint die Ansicht, dass die Hierarchie von Mensch-Tier- und Mensch-Umwelt-Verhältnissen, sowie der zugrundeliegenden kapitalistischen Zurichtung, verheerende Auswirkungen auf Menschen, andere Tiere, Klima und Umwelt hat und wir daran möglichst wenig teilhaben wollen.
Trotzdem glauben wir nicht daran, dass Veganismus und korrekter Konsum die Universalantwort liefern und wollen eine Offenheit für unterschiedliche Bezüge und Lebensentwürfe bewahren. Die Widersprüche bleiben und wir sagen hallo.
Bei unseren Produkten achten wir darauf, dass alles vegan (also frei von jeglichen „Tierprodukten“) ist. Außerdem sind ökologische Kriterien (auch wenn nicht alle unsere Produkte biozertifiziert sind), die Produktionsbedingungen, sowie faire Preise für Produzent*innen, uns und unseren Kund*innen wichtig. Um das Netzwerk solidarischer Ökonomie zu stärken, bevorzugen wir im Sortiment Angebote, die aus Kollektiven, Kooperativen oder „kleinen geilen Firmen“ kommen.
Bei der Produktauswahl wägen wir immer zwischen Konsument*innenwünschen und Sinnhaftigkeit nach ökologischen, ethischen und preislichen Gesichtspunkten ab.
Neben dem Laden als Wirtschaftsbetrieb hat unser Verein Vegane Pampe e. V. den Zweck der Förderung von veganen Lebensweisen. Wir unterstützen Kampagnen, Projekte und Veranstaltungen zu Veganismus und anderen emanzipatorischen Themen oder führen sie selbst durch – z.B. Küfas (Küche für Alle), Tierrechtskampagnen, Soligelder, Infrastruktursupport, etc.
Löhne & Gewinne
In der Anfangszeit übten wir Lohnverzicht und starteten zur Ladeneröffnung mit niedrigem Einheitslohn, der seither per Plenumsbeschluss kontinuierlich erhöht wurde. Grundsätzlich bezahlen wir nach Einheitsstundenlohn und streben den branchenüblichen Tariflohn an, statt einen dauerhaften Ausnahmezustand im Sinne einer marktgerechten Selbstausbeutung zu praktizieren.
Wir betrachten uns nicht als Eigentümer*innen sondern als Betreiber*innen des Ladens. So gibt es keine private Gewinnausschüttung oder Privatisierung der Produktionsmittel. Betriebliche jährliche Überschüsse sind also von Privatisierung ausgeschlossen, und werden für Rücklagen, Investitionen, angemessene Löhne oder den Aufbau solidarischer Wirtschaftsstrukturen verwendet.
Transparenz
Innerbetriebliche Transparenz ist ein essentieller Bestandteil unserer Kollektivstruktur. Auch in Kollektivbetrieben gibt es Arbeitsteilungen und Spezialisierungen. Damit dies nicht zu Wissenshierarchien oder Abhängigkeiten führt, arbeiten wir kontinuierlich an transparenten Strukturen. So führen wir Dokumentationen, Anleitungen und regelmäßige Rechenschaften. Für neue Kollektivist@s haben wir ein Pat*innensystem.
Wir sind bemüht für eine außerbetriebliche Transparenz (bei Wahrung sensibler Informationen) zu sorgen. So stellen wir Produktinformationen (Herkunft, Qualität, Herstellungsbedingungen, etc.) bereit, geben Auskunft über innerbetriebliche Strukturen und beraten andere Kollektive. Insbesondere werben wir für unser Selbstverständnis und solidarische Ökonomie im Allgemeinen.
Kooperation statt Konkurrenz
In der sogenannten freien Marktwirtschaft ist Konkurrenz der Motor, dem sich alle stellen müssen. Jedoch ist Konkurrenz immer auch ein Verhältnis, in das mensch sich setzt oder nicht. Genau genommen waren wir bis 2015 der einzige selbstverwaltete Veganladen weit und breit.
Wir sind in stetem Kontakt mit ähnlichen Betrieben (insbesondere Kollektiven) und kooperieren miteinander oder unterstützen ähnliche Initiativen in Berlin und an anderen Orten. So haben sich seit unserer Gründung schon mehrere Initiativen an uns gewandt, die wir nach unseren Möglichkeiten mit Rat und Strukturen unterstützen. Dabei setzen wir uns vor allem für die Gründung weiterer Kollektive ein, die in Zukunft Teil einer breiteren Föderation sein könnten.
Seit der Gründung hat sich bereits viel getan und entwickelt. Der Weg ist nicht immer einfach, aber spannend. Wir begegnen vielen Widersprüchen, die wir versuchen aufzulösen, zu umschiffen, wegzuinterpretieren oder in Kollektivprozessen produktiv zu nutzen.
Das alles bedeutet viel Zeit und Aufwand, was sich letztlich aber lohnt. Für uns sind diese Werte alternativlos.